Lehrgang zum/r Lebens- und Sozialberater/in
Berufsbild Lebens- und SozialberaterIn
Lebens- und Sozialberater/innen beraten und begleiten Menschen bei Problemen und Entscheidungen – sowohl beruflich als auch privat. Diese Beratung nehmen Privatpersonen genauso in Anspruch wie Gruppen oder Unternehmen. Die Lebens- und Sozialberatung - ein bewilligungspflichtiges und konzessioniertes Gewerbe - ist eine der tragenden Säulen des Gesundheits- und Sozialwesens in Österreich. Dieser Beruf ist seit 1989 im Rahmen der Gewerbeordnung gesetzlich geregelt. Es fallen viele Tätigkeitsfelder darunter, wie z.B. Paarberatung, Coaching, Beratung via Internet, Paar- und Sexualberatung.
Als Absolvent/in führen Sie die Berufsbezeichnung „Diplomierte/r Lebens- und Sozialberater/in.“ Die Berufsberechtigung erteilt Ihre zuständige Bezirks- verwaltungsbehörde.
Was können sich die TeilnehmerInnen von diesem Lehrgang erwarten?
Im Rahmen des Lehrgangs erwerben Sie die nötigen fachlichen Kompetenzen, erlernen viele Methoden für Ihre Praxis und werden selbst umfassend gecoacht und begleitet. Dadurch werden Sie befähigt, die anspruchsvolle Tätigkeit als Lebens- und Sozialberater/in professionell auszuüben.
Berufsbild
Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) beschreibt im Informationsblatt für Gewerbebehörden (Nr.2 vom 20. März 2006) den Tätigkeitskatalog des Gewerbes der Lebens- und Sozialberatung (§119 GewO 1994). Sie führt unter Punkt 1 an, dass die Tätigkeiten Beratung, Coaching, Counselling und Betreuung von Personen oder Institutionen, insbesondere in den Gebieten Persönlichkeitsentwicklung, Selbstfindung, Problemlösung, Verbesserung der Beziehungsfähigkeit sowie psychologische Beratung (mit Ausnahme der Psychotherapie) Tätigkeiten des Gewerbes der Lebens- und Sozialberatung sind und daher nur auf Grund einer diesem Gewerbe entsprechenden Bewilligung ausgeübt werden dürfen. Somit sind nun in allen Tätigkeitskatalogen der Gesundheitsberufe wie Psychotherapie, klinische und Gesundheitspsychologie etc. Coaching, Supervision und Beratung als Tätigkeiten offiziell enthalten. Die WKO versteht unter Coaching einen interaktiven, personenzentrierten Beratungs- und Begleitungsprozess im beruflichen Kontext, der zeitlich begrenzt und thematisch (zielorientiert) definiert ist. Die individuelle Beratung von einzelnen Personen, Gruppen oder Teams richtet sich auf die Arbeitswelt bezogene, fachlich-sachliche und/oder psychologisch-soziodynamische Fragen bzw. Problemstellungen.
„Coaching“ ist in den Berufsbildern der Unternehmensberater und im Tätigkeitskatalog der Lebens- und Sozialberater, im Gegensatz zum Psychotherapiegesetz, ausdrücklich als Begriff enthalten. Diesen beiden Berufsgruppen ist somit „Coach“ als Berufsbezeichnung vorbehalten, wie wohl Coaching auch indikationsspezifisch von anderen Berufsgruppen wie z.B. Ärzten bei medizinischen oder z.B. Juristen bei rechtlichen Belangen angewendet wird. Trotzdem ist das Berufsbild „Coaching“ derzeit im gesamten deutschsprachigen Raum nicht an formale Qualifikationen gebunden, was bedeutet, dass sich jede/r als „Coach“ bezeichnen darf, ohne gegen rechtliche Bestimmungen zu verstoßen. Obwohl Coaching als Berufsbezeichnung gewerberechtlich nicht geregelt ist, erfordert die Ausübung von Coaching in den Bereichen „Persönlichkeitsentwicklung“ oder „Verbesserung der Beziehungsfähigkeit“ die reglementierte Gewerbeberechtigung für die „Lebens- und Sozialberatung“ mit Befähigungsnachweis oder die Eintragung in die Liste der Psychotherapeuten oder der Psychologen. Die Ausübung von Coaching im Bereich der „Produktivitätssteigerung“ oder „Unternehmensentwicklung“ wiederum erfordert die reglementierte Gewerbeberechtigung der Unternehmensberatung. Alle anderen Formen von Coaching gelten als freies Gewerbe, wie z.B. Sportler-Betreuung, Mental-Training, Lern- Unterstützung oder Supervision.
Da noch kein eigener Berufskodex vorhanden ist, orientiert sich der Berufskodex für das Berufsbild Coach an den Richtlinien, die für die Psychotherapie bzw. psychologische Behandlung bestehen. Ähnlich wie in der Psychotherapie gelten auch für das Coaching die 3 Qualitätsdimensionen: Strukturqualität, Prozess- und Ergebnisqualität: Während die Strukturqualität die Ausstattung (personell, materiell, räumlich) umfasst, bezieht sich die Prozessqualität auf alle Handlungen der Zielerreichung (Erstgespräch, Vertragsgestaltung, Zielformulierung und Interventionen). Die Ergebnisqualität bezieht sich auf den erreichten Erfolg und der eingesetzten Evaluationsverfahren.
Wir verstehen unter Coaching ein integratives Modell von Berufs-, Rollen- und Inhalts- Thematik. Der Coach unterstützt Klient/innen bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer eigenen Problemlösungen.
Die Professionalität des Coaches wird durch diese Punkte deutlich:
- Vertragsorientierung: Jedes Coaching beginnt mit einer Vereinbarung und Definition von Ausgangssituation, Zielen, Zeitaufwand, Honorar- und Storno-Regelung wie auch Verbindlichkeiten beider Seiten, Machbarkeitsprüfung und Ausstiegsregelung.
- Klare Ziele: Es werden Ziele vereinbart, die konkret und überprüfbar sind.
- Phasen-bezogenes Vorgehen: Der Ablauf und das Konzept des Vorgehens anhand der
- Klient/innen-Ziele sind wesentlich. Die Umsetzung wird immer wieder evaluiert.
- Ganzheitlichkeit: Coaching bezieht individuelle, soziale Prozesse, innere wie Umfeld
- bezogene Situationen wie auch geistige, seelische und physische Aspekte mit ein.
- Methodenrepertoire: Ein auf die Situation bezogenes Repertoire für Empfindungsarbeit,
- Denkarbeit, Handlungsorientierung usw. ist wesentlich.
- Rollenklarheit, Trennen inkompatibler Rollen: Der Coach ist sich seiner Rolle zur/m
- Klient/in hin klar. Rollenwidersprüche sind zu vermieden werden.
- Kompetenzraster des Coachs: Ein professioneller Coach erfüllt die acht Faktoren der
- Coaching-Kompetenz (Feld- und Fachkompetenz, Rollen-Kompetenz, Leitungs- Kompetenz, Ethik- und Human-Kompetenz, Selbstreflexions-Kompetenz, Prozess- und Ablauforganisations-Kompetenz, Vernetzungs-Kompetenz und Interaktions-Kompetenz).
- Ethik: Sehr wichtig ist die Frage der ethischen Richtlinien und des respektvollen Umganges mit der/m Klient/in und der Umwelt.
- Das Betätigungsfeld einer/s Lebens- und Sozialarbeiter/in kann das Arbeiten mit Einzelnen, wie auch mit Teams und Gruppen beinhalten:
Beratungsfelder für Einzelne wie Paare und Familien
- Persönlichkeitsberatung: Lebenssituationsanalyse, Psychohygiene, Organisationdes Alltags usw.
- Konfliktberatung und Mediation: Makro- und Mikroanalyse, Umgang mit Emotionen, Vermittlung von fairen Streiten usw.
- Ehe-, Partnerschafts- und Familienberatung: Analyse des Familienklimas, Probleme bei der Partnerwahl, Beziehungsanalyse usw.
- Scheidungsmediation: Bewältigung der Trennung, Umgang mit Besuchsregelungen usw.
- Erziehungsberatung: Eltern-Kind-Verhältnis, Beziehungsschwierigkeiten, Zeitplanung im pädagogischen Bereich usw.
- Krisenintervention: Erkennen und Bewältigen von Krisen Beratungsfelder bei Gruppen und Teams
- Berufsberatung und Karriereberatung: berufliche Orientierung und Entscheidung, Stärke und Schwächeanalyse, Stressmanagement usw.
- Coaching für Teams oder Führungskräfte: Rivalität und Integration in der Gruppe, Kooperation und Motivation im Team, Arbeitsfähigkeit im Gruppen usw.
- Kommunikation im Team: Analyse des Kommunikationsverhaltens, Bedeutung und Bewertung verbaler und nonverbaler Kommunikationsmöglichkeiten usw.
- Teamsupervision: Integration von Gruppenmitgliedern, Entscheidungsfindung und Problemlösung in Gruppen usw.
Ausbildungsschwerpunkte von Lebens- und Sozialberater/innen
- Bildungs- und Berufsberatung, Karriereplanung
- Coaching für Teams oder Führungskräfte
- Erziehungsberatung, Beratung und Mediation bei Konflikten und Scheidung
- Krisenintervention
- Kommunikationstraining
- Förderung sozialer Kompetenzen
- Burnout-Prophylaxe und Stress-Management
- Sexualberatung
- Mental-undMotivationstraining
- Unser spezieller Ausbildungsschwerpunkt: Life-Style-Management
